Ich hatte mir schon lange vorgenommen eine Leder-Abziehscheibe für angeschliffene Messer oder Stechbeitel zu bauen. Also habe ich mir etwas Restmaterial zusammengesucht und schon ging es an das nächste Projekt.
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Ein 20mm Rundmaterial aus Edelstahl (1.4301) wurde plan, und auf Maß gedreht. Die Länge der dünneren Welle wurde so berechnet, dass zwei Edelstahlflansche und 3 Multiplex-Holzscheiben exakt dazwischen passten.
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Nachdem die Welle schnell fertig bearbeitet war....
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... wurden die zwei Edelstahlronden auf der Fräse ausgerichtet ....
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... drei Gewinde mit 120° Versatz eingebacht ....
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... und mit dem Ausspindelkopf ....
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... wurde die Hauptbohrung auf einen strammen Schiebesitz ausgebohrt.
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Mit der Hydraulikpresse waren die zwei Teile schnell montiert....
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... überprüft ....
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... und mit dem WIG Gerät verschweißt.
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Da das Schweißen immer mit Verzug einher geht wurde der Rundlauf der Scheibe überarbeitet.
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Die feste Scheibe ließ sich sehr passgenau mit der verschweißten Scheibe verschrauben.
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Nun ging es an die Holzbearbeitung.
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Da mit das passende Werkzeug fehlte habe ich die groben Rohlinge nur sehr unschön zugesägt.
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Damit gewinne ich bestimmt keinen Schönheitspreis :-)
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Mir ging es aber um die Passgenauigkeit der Scheiben.
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Ebenso wurde der Seitenschlag geprüft. Da dieser fast nicht messbar war, ....
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... wurden die Scheiben untereinander verklebt.
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Einen Tag später sollten die Scheiben ....
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... ihre endgültige Form bekommen. Ich hasse Holzspäne auf einer Drehbank.
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Das Ergebnis entsprach aber meiner Vorstellung....
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... und so konnte die Lederbeschichtung ....
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... angepasst werden. Der Schnitt wurde absichtlich diagonal gesetzt, um eine harte Kante zu vermeiden.
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Leichte Ungenauigkeiten lassen sich einfach durch Verschieben der Schnittkante beheben.
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Mit Kontaktkleber wurde das Lederstück mit den Holzscheiben dauerhaft verbunden.
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Nach der Trocknung habe ich die Lederoberfläche mit grobem Schmirgel angeraut ....
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... und anschließend mit Diamantpaste bestrichen.
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Es stellt sich schnell heraus, dass die Diamtpaste eine zu feine Körnung für mein Einsatzgebiet hatte. Ich bin also auf den feinsten Polierwachs umgestiegen, den meine Werkstatt zu bieten hatte. Der Ergebnis waren Messer, die man ohne Kraftaufwand einfach durch ein Stück Papier schieben konnte. PERFEKT!
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Einige Zeit später habe ich beim Abziehen von ein paar Klingen gemerkt, dass sich an der Stoßstelle die Verklebung vom Leder gelöst hatte. Ich habe mich daran erinnert, dass ich vor ca. einem Jahr ein Lederlenkrad an einem PKW mit einem speziellen Spachtel repariert hatte. Also wurde die Nahtstelle an der Abziehscheibe ausgeschliffen ....
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.... und mit Sekundenkleber gut getränkt (bis der Kleber das Holz verfärbt hatte).
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Nun ging es der Scheibe mit dem Reparaturkit an den Kragen.
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Die Spachtelmasse besteht aus einem schnell abbindenden Trägermaterial und Lederstaub.
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Nach ca. zwei Stunden war die großzügig aufgetragene Spachtelstelle trocken und bereit ....
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... mit Schleifpapier in Form gebracht zu werden. Nachdem die Scheibe anschließend wieder mit Schleifwachs versehen war, konnte man die alte Übergangsstelle im Leder nicht mehr finden. Nur die Verfärbung im Holz verrät den Sekundenkleber.
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Die Funktion der Scheibe war somit wieder hergestellt und beim Abziehen bemerkt man die Nahtstelle nicht mehr. Stechbeitel bekommen mit der Lederscheibe eine spiegelglatte Oberfläche (Spiegelung der Kappe im Bild). Papier lässt sich damit ebenso einfach schneiden ....
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... wie Holz. Man muss nur auf seine Finger aufpassen.
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